Psychotherapie-Kinder und Jugendliche
Insgesamt ist davon auszugehen, dass jedes Jahr rund 160.000 Kinder und Jugendliche erstmals psychotherapeutisch behandelt werden. 1
Kinder- und Jugendliche zunehmend gefährdet
Psychische Störungen nehmen bei Kindern und Jugendlichen erschreckend zu. Fast jedes fünfte Kind leidet innerhalb eines Beobachtungszeitraums von sechs Monaten an einer psychischen Störung. Von rund 10.000 Münchner Schulanfängern zeigten im Jahr 1997 rund 17 Prozent intellektuelle Beeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten. In Jena, Heidelberg und Köln fiel bei der Schuleingangsuntersuchung für das Jahr 1997/98 jedes achte Kind z.B. durch aggressives Verhalten und Aufmerksamkeitsprobleme auf. Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen können sich dabei bis ins Erwachsenenalter chronifizieren und gehen mit starken Beeinträchtigungen in der schulischen und beruflichen Entwicklung, der sozialen Integration und der psychischen und körperlichen Gesundheit einher.
Bei der Entstehung psychischer und Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen spielen sozioökonomische Benachteiligungen eine zentrale Rolle (Familieneinkommen, Migration, Geschlecht). Für ihre Versorgung ist vor allem das niedrigschwellige Angebot der psychosozialen Beratungsstellen von entscheidender Bedeutung.
1 Quelle:Stat.Bundesamt Bundesgesundheitssurvey 2007
